Finishing-Technologien und -Verfahren – ein Überblick

Eloxierter Flaschenöffner

Der Metall-3D-Druck ermöglicht die Herstellung komplexer und präziser Bauteile direkt aus digitalen Konstruktionen. Um die gewünschten ästhetischen und funktionalen Eigenschaften zu erreichen, benötigen die gedruckten Teile mitunter Nachbearbeitungsprozesse.

Nachbearbeitungsverfahren können die Oberflächenqualität, Haltbarkeit und Optik von metallgedruckten 3D-Teilen verbessern und sie damit für ein breites Anwendungsspektrum geeignet machen. Hier finden Sie einen Überblick über einige der wichtigsten Nachbearbeitungstechnologien in der additiven Metallfertigung.

Druckluftstrahlen

Druckluftstrahlen ist ein vielseitiges Nachbearbeitungsverfahren, bei dem Strahlmittel durch eine Düse beschleunigt werden, um die Oberfläche eines Metallteils zu bearbeiten. Diese Technik wird häufig eingesetzt, um Oberflächen zu reinigen, Restpulver aus dem 3D-Druckprozess zu entfernen und die Oberflächenrauheit zu verändern. Durch Umformen oder Abtragen von Material kann Druckluftstrahlen die Oberflächenstruktur eines Bauteils verbessern und es glatter oder gleichmäßiger machen. Es ist besonders hilfreich, um Teile für weitere Nachbearbeitungsschritte vorzubereiten oder ihre mechanischen Eigenschaften zu verbessern.

Schwärzen

Schwärzen ist ein spezielles Nachbearbeitungsverfahren, das hauptsächlich bei Bauteilen aus Eisen und Stahl eingesetzt wird. Dabei wird auf der Metalloberfläche eine dünne Schutzschicht aus schwarzem Oxid erzeugt, die Korrosion reduziert und die Reibungseigenschaften verbessert. Das Schwärzen steigert nicht nur die optische Wirkung eines Bauteils durch eine dunklere, matte Oberfläche, sondern erhält auch seine Abmessungen – daher ist es eine beliebte Wahl für Teile, die sowohl Schutz als auch Präzision erfordern. Diese Technik wird häufig bei Feuerwaffen, Werkzeugen und anderen eisenbasierten Produkten eingesetzt.

Vergolden

Vergolden ist das Aufbringen einer Goldschicht auf eine Metalloberfläche mittels Galvanisierung. Dabei wird das Metallobjekt in eine Gold-Elektrolytlösung getaucht und ein elektrischer Strom angelegt, um eine dünne, gleichmäßige Goldschicht auf der Oberfläche abzuscheiden. Vergolden wird häufig zu dekorativen Zwecken eingesetzt und verleiht Metallteilen eine luxuriöse Optik. Darüber hinaus kann es eine zusätzliche Korrosionsschutzschicht bieten und ist damit sowohl eine praktische als auch ästhetisch ansprechende Oberfläche für hochwertige Anwendungen.

Eloxieren

Eloxieren ist ein Nachbearbeitungsverfahren, bei dem eine schützende Oxidschicht auf Metalloberflächen erzeugt wird, indem das vorhandene Material umgewandelt wird, statt eine externe Schicht aufzubringen. Dazu wird das Bauteil in eine Elektrolytlösung getaucht und ein elektrischer Strom angelegt, wodurch sich eine dünne, kompakte Oxidschicht auf der Oberfläche bildet. Die Schichtdicke kann variiert werden, wodurch unterschiedliche Farben entstehen – von tiefem Schwarz bis hin zu kräftigem Blau und Rot. Eloxieren wird häufig bei Aluminiumteilen eingesetzt, um die Korrosionsbeständigkeit zu erhöhen, die Verschleißfestigkeit zu verbessern und eine dekorative Oberfläche zu erzielen.

Vernickeln

Beim Vernickeln wird mithilfe elektrischer Ströme eine Schicht aus reinem Nickel auf eine Metalloberfläche aufgebracht. Dieses Verfahren wird широко eingesetzt, um Metalle wie Eisen und Stahl vor Korrosion zu schützen und zugleich ihre Optik zu verbessern. Vernickeln kann in unterschiedlichen Schichtdicken erfolgen und eignet sich damit sowohl für dekorative Anwendungen als auch für industrielle Einsätze, bei denen eine robuste, korrosionsbeständige Beschichtung erforderlich ist. Zudem wird es häufig als Basisschicht für weitere Oberflächen oder zur Verbesserung der Lötbarkeit in elektronischen Bauteilen verwendet.

Polieren

Polieren ist ein Nachbearbeitungsverfahren, bei dem die Oberfläche eines Metallteils durch mechanisches Schleifen und den Einsatz von Poliermitteln geglättet und veredelt wird. Dabei kann Material abgetragen, scharfe Kanten verrundet und Oberflächenporen geschlossen werden, sodass eine glatte, glänzende Oberfläche entsteht, die das Licht gleichmäßig reflektiert. Polieren wird häufig eingesetzt, um die Reibung an mechanischen Teilen zu reduzieren, die Optik zu verbessern und Oberflächen für weitere Behandlungen wie Galvanisieren oder Beschichten vorzubereiten. Es ist ein wesentlicher Schritt, um bei metallgedruckten 3D-Teilen eine hochwertige Oberfläche zu erzielen.

Die verfügbaren Nachbearbeitungsprozesse für metallgedruckte 3D-Teile bieten ein breites Spektrum an Verbesserungen – von höherer Haltbarkeit und Korrosionsbeständigkeit bis hin zu optischen Aufwertungen und präzisen Oberflächenanpassungen. Durch die Auswahl des passenden Nachbearbeitungsverfahrens können Hersteller sicherstellen, dass ihre metallgedruckten 3D-Teile höchste Qualitäts- und Funktionsanforderungen erfüllen und sowohl für industrielle als auch für Consumer-Anwendungen geeignet sind.

Bevor ein Bauteil nachbearbeitet werden kann, muss es nach dem Druck entpulvert werden. Mit unserer Entpack- und Siebstation MPUREpro ist das in wenigen Minuten erledigt.

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